Gesprächstherapie

Der Denkerinnen Kreis

Das erste Treffen

Gundular Liebherr: „Guten Abend meine Lieben. Schön, dass Sie alle meiner Einladung gefolgt sind. Ich möchte Ihnen mich zuallererst vorstellen, denn einige von Ihnen kennen mich vermutlich noch nicht persönlich und im Anschluss daran weihe ich Sie ein, was das Ziel dieses Denkerinnen Kreises geplant habe. Woraufhin ich Sie bitten möchte, sich ebenfalls kurz vorzustellen.

Nun, mein Name ist Gundular Liebherr, ich bin 45Jahre alt, habe einen 5-jährigen Sohn, Sedrick Clemens sein Name. Ich bin Fachberaterin in einem kosmologischen Wirtschaftscenter des TIV Ost. In meiner Freizeit lese ich gerne Psychologie- und Erziehungsratgeber und züchte Orchideen.

Dieser Denkerinnen Kreis soll nun eine weitere Bereicherung meines Alltags stellen. Ich erhoffe mir von dieser gebildeten, illustren und egozentrischen Runde, dass wir gemeinsam denken, die Gedanken laut aussprechen und eventuell neue Gedanken entwickeln, die dann im leeren Raum, in dem wir uns versammeln, verhallen und verbleiben. Ich möchte nicht, dass wir irgendetwas ändern, nicht an unserem Verhalten und schon gar nicht in der Welt. Es soll hier rein um das Denken zum Selbstzweck gehen. Wir wollen gemeinsam über Gutes und Schlechtes in der Welt und in unserem Alltag philosophieren, aber wir wollen nichts verändern, verstehen, oder unsere Erkenntnisse gar zu universalen Dogmen heranwachsen lassen. Wir wollen denken und es dabei belassen. Unser Geltungsbewusstsein soll sich einzig auf diese Gruppe beschränken. Es soll um eine ganz persönliche, effektlose Katharsis und Profilierung gehen.

Ich möchte Sie, die Sie alle auserwählt wurden, hier zu sein, bitten ihre Gedanken zu äußern und sich mit mir an unser aller Kultiviertheit zu ergötzen.

Und nun dürfen Sie sich gerne vorstellen.“

Siglinde Demut: „Hallo mein Name ist Siglinde Demut, ich bin sozialpädagogische Mitarbeiterin hier in der postapostolischen Kapitalskirche und habe dafür Sorge getragen, dass wir uns hier in dem gemütlichen Saal 103 zusammenfinden können. Ich bin 53Jahre alt, alleinstehend und halte mir, um der Einsamkeit ein Schnippchen zu schlagen, einen Papagei in meiner Wohnung. In meiner Freizeit würde ich gerne mehr ins Theater gehen, aber ich kann Walter nicht so lange alleine lassen. Denken war für mich schon immer sehr wichtig.“

Cosmalina: „Ja, hallo, hallo Siglinde und hallo ihr Alle! Mein Name ist Cosmalina, ich bin 51Jahre alt und genieße mein Leben. Ich färbe mir gerne die Haare entsprechend meiner Stimmung. Meine Kinder sind vier, zwei und ein Jahr alt. Sie sind alle drei erfolgreich in vitro entstanden. Sie heißen Luna, Virga und Merkur. Mein Mann ist sehr stolz und passt gerne auf sie auf. Er arbeitet in der Papierfabrik als Maschinenführer. Ich bin freischaffende Künstlerin.“

Fridara Frönd: „Guten Abend werte Damen. Ich bin Fridara Frönd, ich bin 48Jahre alt. Ich bin Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Adelsbank. Meine Söhne sind 11 und 15 Jahre alt. Sie heißen Fredrik Wilhelm Karl und Wilfried Friedrich Hans. Sie werden im Borthelsmann Internat für hypersensible Kinder gut betreut. In meiner Freizeit gehe ich gerne wandern. Die Fähigkeit zu denken ist ein wichtiges Gut, welches ich mich freue hier zu pflegen. Ich als Mensch denke sehr gerne nach. Ich als Vorstandsvorsitzende muss natürlich den Profit im Auge behalten.“

Thalia Magdalena zu Mittelsborg: „Oh, ich scheine wohl das Küken in dieser Runde zu sein. Hallo. Mein Name ist Thalia Magdalena zu Mittelsborg. Ich bin 31Jahre alt und Studentin der interkulturellen, post-ethischen Wirtschaftsstudien. Vorher habe ich mein theatralisches Politikstudium abgebrochen, weil es mich emotional zu sehr gefordert hat. Ich lebe mit meinem Freund zusammen im Ostflügel der Villa meines Vaters. Mein Freund studiert multimediale Konzerninformatik. In meiner Freizeit reite ich gerne und bleibe in Kontakt mit meinen Freunden. Denken fand ich schon immer total wichtig.

Gundular Libeherr: „Schön. Nun da wir uns alle ein bisschen beschnuppert haben, möchte ich unser erstes Treffen als beendet erklären. Wir treffen uns nächste Woche zur selben Zeit wieder und tauschen dann unsere Gedanken zu einem ersten Thema aus. Vielen Dank für ihr Kommen.“